Inhalt

Methoden der Traumerinnerung von Michael Patrick Kepe

Führen eines Traumtagebuches von Michael Patrick Kepe

Trauminkubation von Michael Patrick Kepe

Dialog mit dem Unbewußten von Michael Patrick Kepe

Traumheilung von Michael Patrick Kepe

Methoden der Traumerinnerung von Michael Patrick Kepe

Dem Anfänger werden viele auf dieser Homepage angerissene Themen wie das Kauderwelsch von Eingeweihten klingen, insbesondere, wenn er, wie gut die Hälfte der Bevölkerung kaum oder gar keine Erinnerung an seine nächtlichen Träume hat, ganz zu schweigen von Traumerlebnissen durch Induktionsmethoden.

Der Wille zur Änderung reicht bei einem solchen " Bisher- Nicht- Träumer " wohl meistens kaum solange, bis sich die ersten Erfolge sprich Erinnerungen einzustellen bereit sind. Das Unbewußte ist es ganz einfach nicht gewohnt, beachtet zu werden.

Ein erster Schritt zur Verbesserung der Situation ist es allemal, sich einfach einmal ehrlich mit seinen Glaubenssätzen hinsichtlich des Traumgeschehens und der Träume auseinanderzusetzen. Dies ist oft auch dann hilfreich, wenn man einige der weiter unten erwähnten Methoden probiert hat, aber nur mäßigen Erfolg damit erzielt. Es ist oft so, daß die beste Technik an einer inneren Einstellungsmauer scheitert. Was steht also auf deiner Mauer ?

Ich glaube nicht, daß Träume wichtig sind

Ich bin nicht ganz sicher, ob ich wissen will, was in meinem Unterbewußtsein los ist

Ich brauche Schlaf. Träume schaden meiner Erholung. Ich habe keine Zeit zu träumen. Ich habe Besseres zu tun.

Es könnte sein, daß ich Dinge über mich erfahre, die ich gar nicht wissen will.

Die Natur wird schon wissen, warum sie es so eingerichtet hat, daß wir uns nicht an Träume erinnern.

Ich habe Angst vor Alpträumen.

Ich mag es nicht keine Kontrolle über das Traumgeschehen ausüben zu können.

Es ist beunruhigend im Traum Dinge zu tun, die mit meinen Wertvorstellungen im Wachleben unvereinbar sind.

Es gibt unangenehme Dinge in meiner Vergangenheit, an die ich weder denken noch von denen ich träumen will.

Ich finde das Träumen zwar interessant, aber mir fehlt jegliches Talent dazu.

Ich will mich nicht so intensiv mit meinen Gefühlen auseinandersetzen, wie es durch Träume zwangsläufig geschieht.

Dies war nur eine kleine bescheidene Auswahl an falschen und/oder behindernden Glaubenssätzen für eine erfolgreiche Traumerinnerung. Jeder bereits erfahrene Träumer sollte sich auch mit seinen gegenwärtigen Glaubenssätzen beschäftigen, wenn die Traumerinnerung trotz seiner bewußten Bereitschaft  unerklärlicherweise nachläßt. Vielleicht ist er enttäuscht und hat sich mehr erwartet und in Folge dessen er jetzt jenen Satzentwickelt, der behauptet  " Traumerinnerung bringt im Vergleich zum Aufwand viel zuwenig zählbaren Erfolg "

Hat man einen oder mehrere behindernde Glaubenssätze endeckt, kann man sich daran machen, diese mit gegenteilig und positiv formulierten Affirmationen Schritt für Schritt umzuwandeln. Man kann auch kleine Zettelchen mit dem neuen Glaubenssatz auf den Bürotisch legen oder an den Badezimmerspiegel. Es ist besonders für Menschen zu empfehlen, die immer und so auch bei der Traumerinnerung dazu neigen mit dem Kopf durch die Wand zu wollen. Die Traumerinnerung wird hier quasi durch die Hintertür verbessert.

Ein anderer Grund für unzureichende Traumerinnerung liegt oft in den Lebensgewohnheiten des Betreffenden. Hier sollte man sich gegenüber ehrlich sein und bei der folgenden Liste ernsthafte Einschnitte und Änderungen in Erwägung ziehen. Neben der Haltung, die oben besprochen wurde, ist der Lebensstil die zweite große Säule der Traumerinnerung, zu der spezifische Technik und Methode lediglich ein verbindender Balken auf dem man seinen Traumfänger aufhängen kann.

Beruflicher oder privater Streß

Man geht erst wenn man sehr müde ist ins Bett

Rgelmäßiger und manchmal sogar großer Alkoholkonsum

Drogenkonsum, ausgenommen spezieller psychoaktiver Pflanzen, die Träume induzieren

Exzessives Fernsehen und Computern

Nikotin

Essen erst spät am Abend, insbesonders schwere im Magen liegende Speisen

Wie sieht das Schlafzimmer aus, kann man sich darin wirklich wohlfühlen ?

Vollgepackte Terminkalender

Keine sportliche Betätigungen, schon gar nicht in der freien Natur

Diese Liste kann sehr leicht in abgestufter Form in eine für den Traum und seine Erinnerung Positive verwandelt werden. Auch hier schleichen wir uns um die Mauer herum als sie einfach mit übertriebener Anstrengung einzurennen. Selbst für solche Menschen gibt es bessere Methoden als den bewußten Krafteinsatz, etwa den Besuch bei einem anerkannten Hypnotiseur, man hüte sich vor Scharlatanen.

Das Tüpfelchen auf dem i dieser beiden besprochenen Balken findet sich in der Schlafkultur bzw. dem Verhalten vor dem Einschlafen und nach dem Aufwachen. Langsamkeit und entspanntes Vorgehen ist besonders empfehlenswert.

Es muß deshalb nicht gleich ein Ritual zelebriert werden, wie von manchem Autor empfohlen, es reicht völlig aus, die Übergänge in die Nacht hinein und von dort wieder hinaus zärtlich und würdevoll zu gestalten. Vieles in diesen Übergängen ist schließlich wiederrum von den speziellen Prämissen verschiedener Traumarbeitsmethoden und Techniken abhängig. So erachte ich es beispielsweise nicht als sinnvoll Traumerinnerung mittels Affirmation direkt vor dem Schlafengehen zu erwerben, denn diese Angewohnheit nimmt einem den Raum in diesem Bereich dann andere Techniken einzusetzen wie die sehr viel individueller einzusetzende von mir empfohlene Standardmethode der Trauminkubation.Also gehe man andere Wege die Traumerinnerung zu stärken, vorzugsweise schmiede man den Balken, von dem ich sprach, vor dem Zubettgehen, nicht erst darin.

Ein lustiges Paradox ist es sich vorzunehmen sich ja nicht an seine Träume zu erinnern, dies funktioniert gewöhnlich sehr gut, denn das Unbewußte hat so seine Probleme mit dem Wörtchen ich, das Bewußtsein aber ist vom Ziel des Ergebnisses prächtig abgelenkt. Ein weiser Tip, der auch in vielen anderen Situationen gute Dienste leisten kann. Achtung aber, denn die hierbei gerufenen Geister brauchen so einige Tage bis sie  sich wieder verziehen.

Für Traumsammler ist die Viel-Wasser-Trinken-Und-Dadurch-Oft-Aufs-Wc-Müssen-Während-Der-Nacht eine kurzfristig erfolgversprechende Methode, aber man bedenke, daß sich hier ein ziemlich gestörtes Schlafverhalten aufbaut.

Wenn schon Affirmationen oder Selbsthypnose im Sinne von " Ich will mich heute nacht an meine Träume erinnern ", dann doch bitte im Laufe des Tages.

Man vergesse alles bisher Gesagte, nehme sich ein leeres Blatt Papier und lasse seinen Assoziationen in einer Art Brainstorming freien Lauf mit dem Ziel eine griffige und einprägsame Methode zu entwickeln, sich besser an seine Träume erinnern zu können. Diese Technik ist abwandelbar und als Arbeitsauftrag eines Traumkonzern zu verstehen, der einen tollen Slogan braucht mit dem er diese bequemen Menschen zur Beschäftigung mit ihren Träumen verführen will. Man lasse sich ein paar Dutzend Ideen dazu einfallen und sie von Leuten, von denen man weiß, daß sie sich bisher nicht für Traumarbeit interessierten, beurteilen.

Ein wichtiger Punkt für eine bessere und klarere Traumerinnerung ist die Einstellung den Träumen, aber insbesondere dem Leben gegenüber. Hier berühren die Thematik des bewußten Träumens, die meiner Ansicht nach nur eine besondere und perfektionierte Form der Traumerinnerung darstellt. Die ganze Traumerinnerung beruht ja auf dem Prinzip wie deutlich und intensiv man sich des Geträumten gewahr ist. Im Wachzustand erinnert man sich dementsprechend in vielen verschiedenen Abstufungen, deren Höchste der luzide Traum ist, der ja auch nur im Nachhinein dargestellt werden kann.

Vielleicht wäre der Begriff Aufmerksamkeit dem der Bewußtheit vorzuziehen, denn sie drückt besser den Umgang und das Feeling aus, mit dem man dem Leben und dem Träumen begegnen sollte. Aufmerksamkeit kann wiederrum auf die verschiedenen Sinne geteilt werden, deren Entwicklung und Verbesserung in einer Wahrnehmungsschule ungeahnte Verbesserungen auch der Traumerinnerung bringen kann.

Hier ist nicht der Platz sich ernsthafter mit dieser Thematik auseinanderzusetzen, aber im Grunde geht es um einen Vorgang besserer Beobachtungsgabe, den es einzuüben gilt. Es ist auch hilfreich sich dazu selbst Übungen einfallen zu lassen, dies stärkt gleichzeitig einen anderen wichtigen der Traumwelt, die Kreativität.

Diese ist vereinfacht und allgemeinverständlich das Unterbewußtsein selbst, welches im Wechselspiel mit unserem Bewußtsein bzw. unserer Wahrnehmungsfähigkeit die Welt als Hologramm in unserem Kopf enstehen läßt.

Aber ich verliere mich bereits in weiterführenden Themen, welche Gegenstand anderer Artikel sein sollten.

Führen eines Traumtagebuches von Michael Patrick Kepe

Vergleicht man die zahlreichen Arbeits und Anleitungsbücher insbesonders der neueren Traumliteratur, so wird man einen geradezu bedenklichen Konsens darüber finden, dem Führen eines Traumtagebuches alleroberste Priorität einzuräumen. Schon etwas variabler wird es bei der Frage nach dem Wie dieses für so unverzichtbar gehaltenen " Must have ". Da gibt es abartig komplizierte Aufschlüsselungen, was den nun alles rund um den reinen Traum notiert gehörte, andere wieder sind ein bißchen weniger streng und setzen den armen Lernwilligen weniger unter Druck, aber aufschreiben ist wirklich Pflicht für den Jünger.

Argumentiert wird hauptsächlich mit der Flüchtigkeit unserer Träume, der Notwendigkeit sie gleich nach dem Erwachen quasi noch frisch und unverwelkt ausweiden, als ob wir grundsätzlich unfähig wären, den Träumen wann immer wir es wollen auf die Spur zu kommen. Aufrecht gehen erlernt man dadurch nicht.

Sicher, die Erinnerung verblasst ohne Zweifel, doch ist es ein gefährlicher Umkehrschluß, den Traum dafür verantwortlich zu machen, der Mensch an sich sollte sich bei der Nase nehmen und überprüfen ob es nicht eher daran liegt, daß er sich allzu schnell und sehr bequem verhaltend, wieder in der beginnenden Alltagswirklichkeit verliert. Außerdem wird jeder aufmerksam geträumte Traum dazu in der Lage sein, einen langweiligen Bürotag zu überstehen, aufgeschrieben oder nicht.

Ein weiterer, viel zu selten beachteter Punkt beim Aufschreiben eines Traumes ist die Verfälschung, welche er dadurch erfährt. Manche sagen zu recht, der aufgeschriebene Traum ist schon seine erste Deutung. Dagegen ist nichts einzuwenden, wenn man sich dieser Tatsache nur bewußt ist.

Wichtig ist ein Traumtagebuch eher für statistisch veranlagte Menschen, und für die Arbeit mit Traumserien, aber an sich kann man nur Don Juan Matus beipflichten, der seinen Schüler Carlos Castaneda damit aufzieht, daß er sich dem Kampf gegen die eigene Wichtigkeit verschrieben habe, aber ein Tagebuch führe mit dem Titel " Meine Träume ".

Womit präzisiert wäre, wer den eigentlich hinter diesen Traumtagebüchern steht, ein sich nur allzu gerne aufblusterndes Ego. Das Unterbewußtsein, wenn überhaupt, irgendwer produziert diese Träume, der Grenzfall des luziden Traum kann ja gerade damit umschrieben werden, aber der normale Alltagtraum ist ein ziemlich fern des " meine " stehender Vorgang, bei dem anzuraten wäre, einmal neue Wege zu betreten und sich zu fragen, ob nicht das direkte in den Alltag einfließen lassen, eine Art Hochzeit zweier Zustände zu feiern, wesentlich produktiver und der Natur der Träume entsprechender wäre. Wir träumen Versäumtes, oder ?

Das Traumtagebuch wird also zum verläßlichen Begleiter des Träumers. Der rituelle Charakter und Vorgang des Eintragens kann durchaus positive Auswirkungen auf das Traumleben und Erinnern haben, es ist beispielsweise sehr nützlich vor dem Schlafen gehen in seinem Traumtagebuch zu blättern und zu lesen, aber wie gesagt, das Traumtagebuch lenkt gleichzeitig auch ab, und zwar von unserer direkteren Kommunikationsfähigkeit mit dem Prinzips des Träumens. Es ist ein Briefmarkenalbum der Selbstbeweihräucherung, oftmals wird ja sogar empfohlen, es ja keinem zu zeigen, um nicht zu Verschönerungen zu neigen, um besser vor anderen darzustehen. Auch dies ist wieder die " kriech ruhig weiter "-Taktik mancher Autoren, die ihre Leser für unfähig halten, öffentlich zu ihren Träumen zu stehen.

Traumtagebuchführung wäre eigentlich durch seine analysierenden Fähigkeiten am ehesten am Computer zu empfehlen, wie wohl dies manchem wieder zu unpersönlich erscheint. Leider halten sich dementsprechende Programme in Grenzen, die einzigen beiden mir bekannten Alchera und Dream up sind nicht gerade ein Musterbeispiel an Kreativität und Ausreizung der Möglichkeiten,die ein Computer bieten würde.

Traumtagebuchführung sollte immer bedenken, wie man denn nun das Wort Traum definieren möchte, denn davon hängt ab, wie groß der gewinnbare Überblick sein wird. 

Trauminkubation von Michael Patrick Kepe

Wenn man aus den ersten beiden Artikeln vielleicht ein bißchen schlauer gegenüber seiner persönlichen Traumpraxis geworden ist, hat man vielleicht den Punkt erreicht an dem man sich fragt, was man nun mit den mehr oder weniger auftauchenden und erinnerbar gewordenen Träumen so alles anfangen kann. Vielleicht ist sogar eine Fähigkeit enstanden seine Träume wahrzunehmen, meiner bescheidenen Ansicht der eigentlcihe Zweck obiger Praxis.

Trauminkubation wird in der Literatur als eine affirmative Beeinflussung des zu erwartenden Trauminhalts verstanden. Man stellt seinen Träumen oder den dahinter vermuteten Instanzen, ob diese nun Höheres Selbst oder Nachtbewußtsein genannt werden ist letztlich egal, wenn auch mit verschiedener Wirkungsbandbreite, such dir deine Götter sehr genau aus, mein Freund, Fragen oder bittet um die Lösung von großen oder kleinen Lebensproblemen. Natürlich kann diese Trauminkubation auch für die Vorgabe von Themen, etwa einen Urlaub, oder ein Märchen, einen Krimi, einen Liebesabenteuer, verwendet werden.

Meistens wird empfohlen sich intensiv mit dem zu inkubierenden Problem oder Thema auseinanderzusetzen, möglichst mehrere Tage lang, um dann kurz vor dem Schlafen gehen, affirmativ und suggestionsartig dementsprechende Formeln zu wiederholen. Lustigerweise ist die Bandbreite der für eine solche Inkubation nötigen Zeit bis zu erfolgreicher Arbeit sehr, geradezu seltsam sehr, variabel angebeben. Spricht der eine Autor von mehreren Wochen, scheint für eine andere Autorin eine Nacht auszureichen, aber auch der Ratschlag wird gefunden die spezifische Inkubation bei dreinächtlichem Mißerfolg aufzugeben.

Die Formulierung der Inkubation ist sekundär. Hier sollte ausgiebig mit der richtigen, für das eigene Unterbewußtseins passensten Wortwahl experimentiert werden. Störische Unterbewußtseine mag die Befehlform bzw. ein " Ich will heute nach von XY träumen " ganz gut tun, andere Individuen erreichen ihre Tiefen besser mit sanfteren Bitten und metaphorischen bis bildhafteren Formeln. Denn natürlich kann man auch andere Sinne für eine Inkubation einsetzen, es muß nicht immer mit Wort und Schrift operiert werden.

Im Grunde ist mit genügend Ausdauer fast jede Verformung seiner Träume möglich, doch gerade Anfänger sollten sich nciht erwarten, für einen selbst ungewohnten Traumthemen so ohne weiteres begegnen zu können. Hier ist zumindest ausgiebige Beschäftigung in der Alltagswirklichkeit empfehelenswert.

Dies ist also, was man gemeinhin unter Trauminkubation versteht. Hier soll dieser Begriff entscheidend erweitert werden, wobei wir uns nicht unbedingt originell verhalten müssen, sondern lediglich konsequent.

Trauminkubation ist im Grunde das ganze bisherige Leben, natürlich pointiert gesehen, entscheidend erscheint eine Dauer von 1-2 Tagen vor der dementsprechenden Traumnacht. Alles was in dieser Zeit geschieht fließt sehr mitentscheidend in die Thematik und Form des Traumlebens ein. Man kann hier ansetzen und sich über die Prioritäten unterhalten, mit denen die Erlebnisse im Alltag in den Traum hineingefiltert werden, denn dies scheint offensichtlich keine " alltägliche " Prioritätenliste zu sein. Aber wer die Trauminkubation propagiert, sollte sich diesem konsequenten Ausbau seiner eigenen Theorie nicht entziehen.

Im Grunde ist nun natürlich alles außerhalb von Traumzuständen Geschehende Trauminkubation. Dies ist anhand des bewußten bzw. luziden Träumens nachvollziehbar, wo die besten Resultate sicherlich durch ein dementsprechend bewußtes und luzide geführtes Leben erreicht werden. Auch die Heilwirkungen des Tempelschlafes im alten Griechenland sind durch die vorherige wachbewußte Lebensführung auf die entscheidende Traumnacht hin als perfekt inszenierte Trauminkubation anzusehen.

Glücklich also wer wirklich dazu in der Lage ist, mit ein paar vielleicht sogar noch mißverständlichen Affirmationen, denn das Unbewußte ist recht wortgläubig und versteht keine Verneinung, deshalb sollte man sehr intelligent formulieren, ein Superheld im Traum zu werden, oder alle Probleme gelöst zu bekommen.

Die Trauminkubation führt, auch wenn manche dieses Wort als unpassend betrachten werden, in das Reich der Magie. Sie ist eine großartige Möglichkeit erstaunlichste Veränderungen in Übereinstimmung mit seinem Willen hervorbringen zu können, aber wer darin Erfolg haben möchte, sollte sich doch jene Einarbeitungszeit zubilligen, die jeder Kunst zugebilligt werden sollte.

Man sollte damit beginnen sie verstehen zu lernen, sich also den Rhytmus und die Form seiner eigenen Trauminkubation, die ja auch unbewußt geschieht, bewußt zu machen und kennenzulernen.

Was nichts anderes heißt, als eine aufmerksame und ernsthafte Bestandsaufnahme seiner Alltagwirklichkeit.vorzunehmen, was natürlich auch eine dementsprechende positive Resonanz auf das Traumleben ausübt, eine erste heimliche Inkubation an sich. Der nächste Schritt ist dann die Themenwahl. Bisher wurde lediglich beoabchtet und eventuell aufgeschrieben, nun findet eine erste echte Auseinandersetzung mit dem Träumen statt. Ich empfehle die Trauminkubation vor spezialisierteren Traumarbeitsmethoden zu erlernen, da sie eine konkretere Grundlage bietet diese an ihren Ergebnissen auszuprobieren. Es ist leichter einen inkubierten Traum zum Thema " Was ist der Grund für meine Impotenz ? " nach Freudschen oder anderen Methoden auszuleuchten, als einen Traum völlig unbekannten Ursprungs und chaostischer Mixtur aus Elementen der vergangenen Tage und anderer Anteile auf die ich in weiteren Artikeln sicher noch zu sprechen komme.

Das Thema der Trauminkubation sollte insbesonders für den Anfänger eine sehr konkrete und wichtige Problematik oder Thematik seines gegenwärtigen Lebens sein, mit der er sich ohne übertriebene Anstrengung einsetzen zu müssen, auch gerne oder notwendigerweiser in seinem Wachleben auseianndersetzen kann. Ob diese Auseinandersetzung die Form von Wunschträumen, Phantasien, Hoffnungen oder Brainstorming und aktive Ideensammlung annimmt hängt einerseits vom Thema, andererseits vom persönlichen Geschmack des Betreffenden ab. Wichtig ist die aktive Beschäftigung, der dahinterstehende Impuls.

Die Präzisierung kann nun in der Voreinschlafphase stattfinden. Dabei ist besonderes Augenmerk auf die Formulierung zu richten. Die Frageform wird direktere und konkretere Traumantworten hervorrufen als die Bitte um Vorschläge zum gewählten Thema. Es ist wichtig jedes Wort sehr genau abzuwägen um eine Verarbeitung der inkubierten Träume überhaupt erst zu ermöglichen.

Verschiedene Ansichten kann man auch über die Wertigkeit von nicht offensichtlichen Traumantworten haben. Ein Traum, dessen Handlung gar keinen Bezug zur Inkubation aufzuweisen scheint, ist für Anfänger zur Bearbeitung ungeeignet und führt bei aller Bereitschaft und allem Wollen zu angepaßten und höchstens sich selbst befriedigenden Scheinergebnissen. Um jeden streit darüber zu vemeiden, ist es besser diese zweifelhafte Rangehensweise bis zu einem gewissen Erfahrungshorizont zu vermeiden. Es kann durchaus mit Gewinn angenommen werden, daß Trauminkubationen, die innerhalb einiger Tage bis zu einer Woche keine konkreten Ergebnisse zeitigen, besser aufgegeben oder zumindest umformuliert werden sollten.

Das Nachher ist von der praktischen Brauchbarkeit der Antwortträume in der Alltagswirklichkeit abhängig. Es gibt sehr viele und nützliche Methoden weiterer Bearbeitung, aber eines ist besser zu vermeiden : Die Antworten unkommentiert liegenzulassen, nur weil sie mit den bewußten Vorstellungen wie eine Antwort auszusehen habe, nicht korrelieren. Das Unterbewußte ist geduldig und versöhnlich, zumindest das Meine, aber würden Sie einem Freund jahrelang Ratschläge geben ohne zumindest ansatzweise ein praktisches Feedback zu erleben ?

Zusammenfassend kann also gesagt werden :

1. Kennenlernen des alltäglichen Phänomens der Trauminkubation

2. Feststellen eines gegenwärtig relevanten Themas

3. Wachbewußte Auseinandersetzung und Beschäftigung damit

4. Präzisierung und Formulierung in der Einschlafphase

5. Geduld und Ausdauer über die nächsten Tage hinweg

6. Nachbearbeitung und wenn möglich praktische Umsetzung 

Es gibt noch einen Bereich der Trauminkubation für Fortgeschrittene, der in die Welt der Magie als eine Weiterführung psychologischer Prinzipien hineinreicht, der etwa am wundersamen Heiltraum feststellbar ist und im selben Prinzip auf andere Lebensthemen anwendbar sein kann, in dem das Unterbewußte konkret mit der Erledigung von Aufgaben betreut wird, mit der Herbeiführung bestimmter Veränderungen im nahen und ferneren Umkreis oder an sich selbst, doch dies ist eine andere Geschichte und soll ein andermal erzählt werden.

Dialog mit dem Unbewußten von Michael Patrick Kepe

Es tut not, von einem übergeordneten Ansatz zu erzählen, der, wenn auch möglicherweise nur ein sich selbst bespiegelnder psychologischer Trick, sehr gute Ergebnisse auf dem Gebiet der Traumarbeit ermöglicht.

Es geht um den Dialog mit seinem Unbewußten, wobei dies weder neu noch originell, und schon gar nicht Namensabhängig gesehen werden darf. Das Unbewußte ist Gott, ist das Tiefenselbst, ist das höhere Selbst, ist eine Personifikation automatisierter Prozesse mit willkürlicher Bezeichnung als Eddie oder George oder eines anderen beliebigen Namens; das Unbewußte ist dein Schutzengel, ist der heilige Kern jedes Wesens, wenn man annehmen kann, einen solchen zu besitzen, das Unbewußte ist was immer ein Mensch sich darunter definieren will oder kann.

Mit diesem in einen gleichberechtigten Dialog zu treten will ich hier anregen und empfehlen. Manche meinen dies geschehe durch die Traumarbeit automatisch, doch meinen Beobachtungen zufolge stimmt dies nur bedingt. Zwar kann durch Traumerinnerung, ein Tagebuch und erste Themenvorgaben ein Kontakt hergestellt werden, doch die Frage mit wem oder was man hier eigentlich Kontakt hestellt, wird dem intelligenten Menschen nicht lange verborgen bleiben. Man hüte sich vor schnellen Schlüssen.

Manch einer wird erste Erfahrungen mit Tarotkarten oder einem Pendel haben, bevor er sich, aus welchen Gründen auch immer, in die natürlicheren Gefilde der Traumarbeit zurückzieht. Hier ist dann schon ein sehr brauchbares Verständnis des Unbewußten als Dialogpartner vorhanden. Was fehlt ist oftmals der Lernprozess, der von vorgefertigten Schablonen als mögliche Antwort zu einem dynamischen, ständig in Bewegung befindlichen Wesen, führt, welches man im Grunde selbst ist, ohne dafür die richtigen Worte finden zu können.

Abspaltung kann und darf nicht das Ziel sein. Der Dialog ist der Aufruf eine tiefe und ehrliche Freundschaft und einen Austausch von Argumenten herbeizuführen. Man sollte sich auf das Anbieten dieses Vorhabens beschränken, aber wie immer gilt : " Tu was du willst " ( und sei bereit die Konsequenzen zu tragen ).

Eine sehr brauchbare einführende Methode ist es Briefe an sein nun definiertes Unbewußtes zu schreiben, in dem man so vorgeht als würde man einen alten Freund als Kindheitstagen wiedertreffen wollen. Hier kann man alles, was einen bewegt und wichtig erscheint zur Sprache bringen und sollte sich keine moralischen oder charakterlichen Beschränkungen auferlegen. Vielleicht ist es bereits an dieser Stelle sinnvoll, dem Unbewußten eine Möglichkeit der Antwort zu offerieren, vorzugsweise den Traum. Obwohl gesagt werden muß, daß es dieses Kanals nicht unbedingt bedarf, es ist durchaus in der Lage konkret im Leben des Betreffenden Antworten auf gestellte Fragen und auch allgemeinerer Natur zu inszenieren. Jung hat dafür den Begriff Synchronizität verwendet ( nicht nur dafür ).

Ein Brief mag nicht genug sein um eine Fehde zu beheben, die tatsächlich bei vielen Menschen geradezu akut besteht. Hier ist mehr Bemühen von seiten des Bewußtseins notwendig, Vergleiche mit lebendigen zwischenmenschlichen Beziehungen sind durchaus angebracht, auch das Unbewußte ist von unseren gesellschaftlichen Auffassungen solcher Beziehungen mitgeprägt, selbst wenn es eine durchaus eigenständige Ansicht dazu haben mag. Der Gott jedes Menschen ist individuell.

Der Anfang ist gemacht. Gleichzeitige Traumarbeit ermöglicht einen synchronen Fortgang hinsichtlich der Beziehung Bewußtes / Unbewußtes und wissenschaftlicher, der beiden Gehirnhälften. Ich bin übrigens nicht der Meinung, daß dies die möglichen Wirkungen hinreichend erklärt, aber es bestehen zweifellos interessante Gemeinsamkeiten zwischen den Hirnhälftentheorien und jener Hochzeit zweier Zustände, die hier mehr oder weniger angestrebt wird.

Es ist wichtig, die Briefe nur als anfängliche Methode zu werten. Würden Sie sich nur noch brieflich ausdrücken wollen ? Sehr oft ist ein konkretes, klares Wort nötig, wenn die Mißverständnisse zwischen bewußten Wollen und unterbewußten Streben zu groß werden, oder ein Bitte, falls in einer Angelegenheit rein gar nichts weiterzugehen scheint, und man Blockaden begegnet, die man bewußt nicht in den Griff zu kriegen scheint.

Der Dialog mit dem Unbewußten braucht sich wie gesagt nicht der Träume als Antwortkanal zu bedienen, es ist aber oft schwer für verstandesorientierte Menschen direktere Antworten wahrzunehmen, deshalb diese Empfehlung. Gerade in der Voreinschlafphase ist eine gute Zeit für diesen Dialog, über dessen Entwicklung sehr wenig vorrausgesagt werden kann. Die einfache Frage an das Unbewußte, welche Kräfte es zur Verbesserung des individuellen Lebens zur Verfügung habe, inklusive der Möglichkeit parapsychologischer Fähigkeiten, kann schon ganz erstaunliche Richtungen weisen. Und ist eine wunderbare und empfehlenswerte Trauminkubation.

Blockaden werden allerdings auch an der Tagesordnung sein. Sie zu überwinden ist meistens nur in Gemeinschaftsarbeit möglich. Hier heißt es seinem Unbewußten ein verläßlicher Partner zu sein und viel über Energie und deren Umwandlungs und Erhaltungsgesetze zu lernen.

Der Dialog ist eingefügt worden, um die Trauminkubation zu veranschaulichen. Er ist persönlicher bzw. macht diese persönlicher und im überwiegenden Fall wirksamer. Themengebiete, welche dadurch nicht bearbeitet werden können, sind therapiegeeignet, d.h sollten von einer neutraleren Warte aus angegangen werden. Dies führt uns in die geheimnisvollen psychologische Bereiche des Zeugen bzw. der Beobachterrolle.

Traumheilung von Michael Patrick Kepe

Auch wenn wir uns mit dem Gebiet der Traumheilung gesondert befassen, sollten die in der Trauminkubation erkannten Grundsätze nicht über Bord geworfen werden. Es findet hier lediglich eine Erweiterung statt, die ihrer Natur nach eher eine Frage des Glaubens als eine des Wissens zu sein scheint.

In erster Linie muß zuerst einmal der für unsere Kultur ungewähnliche Glaubenssatz installiert und angenommen werden, der besagt, daß eine Traumheilung wie immer gearteter gesundheitlicher Probleme überhaupt möglich ist. Damit hat man oftmals genug zu tun. Es sei an dieser Stelle an landläufig bekannte Aussagen erinnert wie " erholsamer Schlaf ", " den Seinen gibts der Herr im Schlaf ", " eine Sache überschlafen ", die von ehemals wesentlich größerem Wissen zur Thematik zeugen.

Die Bereitschaft und der Glauben, daß eine Heilung im Schlaf bzw. Traum möglich ist, schafft die Grundlagen erfolgreicher Traumheilung. Irgendwie logisch, aber die Bedeutung von Glaubenssätzen und der von ihnen geschaffenen Wirklichkeit hat sich noch nicht genügend herumgesprochen um unerwähnt bleiben zu können.

Ebenso zu unbekannt bzw. in ihrer Tragweite nicht so recht begriffen, ist es, daß auf abendländischen, westlichem Boden eine wunderbare und äußerst erfolgreiche Kultur des Träumens und der Traumheilung bestanden hat. Die der Griechen und ihres Kultes um den Heilgott Asklepios.

Um nicht zwanghaft originell zu sein, ist an dieser Stelle aus dem Buch von Adrienne von Taxis " Traumdeutung " zitiert, die diese Phase der giechischen Kultur recht umfangreich beschreibt :

" ... Auch an vielen anderen Orten exestierten Heiligtümer heilender Götter, am berühmtesten aber war der Kult des Asklepios, der sich im Verlauf des 6. Jahrhunderts v. Chr., vielleicht von Thessalien ausgehend, ausbreitete.

Das bekannte Asklepieion von Epidauros lag auf der argivischen Halbinsel, etwa 9 km landeinwärts südlich der antiken Stadt Epidauros. Von den Bauten aus dem 5.Jahrhundert v. Chr., der Zeit nämlich, in der das Heiligtum berühmt wurde, ist kaum etwas nachzuweisen. Was man heute sieht, stammt großteils aus dem 3. Jahrhundert v. Chr.

Das Heiligtum lag in einer wasserreichen Ebene am Fuß des Kynortionberges, auf dessen Höhe seit mykenischer Zeit der Heros Maleatas verehrt wurde, dessen Kult in klassischer Zeit von Apollon mit dem Beinamen Maleatas übernommen wurde. Im Heiligtum selbst wurde der Tempel des Asklepios, der das goldelfenbeinerne Bild des Gottes beherbergte, on einer Ansammlung von Gebäuden umgeben. Vor dem Tempel lag ein Altar, auf dem der Pilger dem Gott ein Opfer in Form von Honigkuchen oder ähnlichem darbrachte.

...Die Patienten legten sich in einfachen Hallen, den Enkoimeterien oder den Abatoi, auf ein Lager. Arostophanes von Aigina schildert am Beispiel des Asklepieions von Aigina : "Die Priester löschten die Lichter, ermahnten die Patienten zur Ruhe und ließen sie dann allein. Irgendwann fielen sie, den Kopf noch voll mit all dem , wa sie seit Betreten des Heiligtums erlebt hatten, in den Schlaf und träumten. Die Kranken schliefen ein und versanken in einen tranceähnlichen Zustand zwischen Wachen und Schlafen. "

Und im Schlaf geschahen dann auch die Heilungen : Asklepios erschien mit Gehilfen und seinen heiligen Tieren, der Schlange und dem Hund; er heilte durch berührung, durch eine Operation oder Anweisungen, die der Kranke am nächsten Tag auszuführen hatte.

Aus den Berichten, die die Patienten am nächsten Tag von ihren Traumerlebnissen gaben, wissen wir, dass sich ihnen Asklepios ihnen so zeigte, wie ihn die Menschen von seinen Abbildungen als Statuen kannten : als bärtiger Mann mittleren Alters, der zu ihnen mit angenehmer, milder Stimme sprach.

Wie aber heilte Asklepios im Traum ?

Erstaunlich groß war die Zahl der Spontanheilungen. Nach dem Inkubationstraum waren viele Patienten am nächsten Morgen gesund und beschwerdefrei. Schlange und Hund beleckten manchmal die befallenen Stellen des Körpers, und mit dieser Therapie war der Kranke geheilt.

... Andere Patienten träumten, dass Asklepios ihnen bestimmte Medikamente verordnete, oder aber er empfahl Bädertherapien sowie andere Heilkuren. Die Träume scheinen jedenfalls in den meisten Fällen klar zu verstehen gewesen zu sein, ein Grund, warum die gewerbsmäßigen Tramdeuter, die am Rande des Heiligtums ihre Interpretationen anboten, nicht viel Arbeit bekamen.

... All diese Heilungen dürfen nicht darüber hinwegtäuschen, daß viele Menschen vergeblich auf Heilung warteten. Entweder wurden ihnen keine Traumvisionen zuteil oder aber ihre Träume erfüllten sich nicht.

... Interessant ist die Stellung der antiken Medizin zum Asklepioskult und den Heilungen im Inkubationsschlaf : Dieser Kult hatte im medizinischen System der Antike seinen festen Platz. Denn auch Ärzte wählten ihren Beruf oft auf der Grundlage eines Traumes, anerkannten also die Bedeutung der Träume für ihr eigenes Leben.

... Die Existenz psychosomatischer Krankheiten war in der antiken Medizin bereits bekannt. Asklepios begann seine heilende Tätigkeit dort, wo die Tätigkeit des Arztes enden mußte, an der Psyche des Patienten.

... Voraussetzung für eine erfolgreiche Heilung im Schlaf war der eigene Glaube an diese Heilung, die feste Erwartung einer Begegnung mit Asklepios im Traumschlaf. Das Heiligtum war ganz darauf angelegt, solche heilenden Traumerlebnisse zu fördern. Die aufgestellten Weihgeschenke stärkten den Glauben an ihre Möglichkeit, und die Tatsache, daß der Heilschlaf nicht in einzelzimmern, sondern in einem großen Schlafsaal stattfand, verstärkte die Energie des Einzelnen zur Mobilisierung der Selbstheilungskräfte im Schlaf. "

Wir sehen also ähnliche Bedingungen wie schon im Artikel Trauminkubation erwähnt. Die Dynamisierung und positive Verstärkung der Idee geschieht durch Gruppendynamik und Massenpsychologie und kann durch kultische Formen sicher noch weiter gesteigert werden. Allerbeste Magie. Es sollte in unserer ungläubigen Gegenwart endlich einmal das Augenmerk auf solche psychologisch erfassbaren Gesetzmäßigkeiten gerichtet werden.

Traumheilung praktisch findet natürlich heutzutage in privateren Schlafzimmern statt, obwohl die Wiederbelebung eines Traumheilkultes eines sehr lohnenswerte und sinnvolle Angelegenheit wäre. Asklepios kann hierbei als nach außen projeziierte Verkörperung des inneren Heilers betrachtet werden, durchaus ein Archetyp im jungianischen Sinn.

Der innere Heiler ist für die praktische Traumarbeit sicher eine besonders wichtige Figur. Ihn zu kontaktieren ist bei gesundheitlichen Problemen nicht nur angebracht, sondern vielleicht die beste Art Bekanntschaft mit den inneren Traumdimensionen zu schließen. Hier offenbart sich die eigene Wunderheilfähigkeit, und wieder sind die Grenzen derselben lediglich von der Kraft und Stärke unserer manchmal wiederstreitenden Glaubenssätze bestimmt, obwohl es auch hier Talent und Nichttalent zu geben scheint.

Dem inneren Heiler zu begegnen und begegnen zu wollen, ist bereits vor dem offenbar werden gesundheitlicher Probleme anzuraten, denn dann kann es durchaus schon zu spät sein, die Energie nicht ausreichen. Trauminkubation und Dialog mit dem Unbewußten als vorgestellte Techniken sollten dazu ausreichen, bei Gelegenheit werden diese Seiten um weitere vergrößert.

Praktisch heißt dies seinem inneren Heiler begegnen zu wollen und eine Beziehung zu ihm aufzubauen, ihn als einen spezialisierten Teilaspekt seiner Psyche anzusehen.

Das Heilen an sich darf in dem beschriebenen Prozess nicht untergehen. Es ist durchaus als Energie zu verstehen, die in jedem von uns vorhanden ist, nicht unbedingt personifiziert zu werden braucht, aber Beachtung nötig hat und vor allem vielfach erst der Entwicklung bedarf. Wer von heute auf morgen Traumheilungen, wenn auch nur an sich selbst, vorzunehmen gedenkt, wird ebenso scheitern wie der sich alle seine Wünsche in einer Woche erfüllen Wollende.

Heilen bedarf einer positiven Lebenseinstellung und psychosomatischen Verständnisses. Dahlke ist hinsichtlich der Symbolhaftigkeit von Krankheitsbildern fast ein Muß. Durch die Lektüre seiner intelligenten Schriften gewinnt man eine erste Ahnung von diesem intuitiven Gefühl, dessen Erwerb für erfolgreiche Traumheilung notwendig ist.

Da ich in diesem Bereich eher als Anfänger zu bezeichnen bin, fühle ich mich nicht berechtigt weitere Aussagen zu treffen, sondern zitiere lieber aus meinem persönlichen Lieblingstraumbuch von Denise Whitefeather Linn " Ein Kissen voller Träume ", welches ein ausgezeichnetes Kapitel über Traumheilung enthält. Sie hat ein paar sehr kluge Grundsätze über das Heilen aufgestellt.

" 1. Wir sind alle Heiler

Jeder von uns trägt die Fähigkeit zu heilen in sich. Wenn wir unsere Zweifel und Vorbehalte beiseitelegen, kann jeder von uns diese Begabung anzapfen. Zu den Vorbehalten, die die meisten haben, die sich zum ersten Mal mit Heilung und Traumheilung beschäftigen, gehört die Frage, ob ihr Wissen und ihre Erfahrung ausreicht, einen anderen zu heilen. Mein alter chinesischer Lehrer hat in seiner Weisheit gesagt, daß ein Mensch diejenigen anzieht, die das suchen, was er zu bieten hat. Also - wie auch immer Ihre Fähigkeiten sein mögen - wer zu Ihnen kommt, weiß durch sein Höheres Selbst, was Sie zu bieten haben.

2. Wir sind nicht unsere Körper

Obwohl dies für die meisten von uns klar ist, gibt es genügend, denen nicht bewußt ist, daß Heilung nur auf dieser Basis geschehen kann. Körper ist eine Illousion. Denken Sie daran, Sie arebiten nicht mit dem Körper oder dem astralen Netzwerk oder den Emotionen. Sie arebiten mit der wahren Essenz des betreffenden Menschen.

Machen Sie sich bewußt, daß jeder Mensch unendlich, unsterblich, ewig und universiell ist ! Finden Sie jenen Bereich in dem Menschen, mit dem Sie arbeiten. Gehen Sie über die Vorstellung der Trennung hinaus, finden Sie jenen Ort der Einheit und verbinden Sie sich mit ihm. Denken Sie daran, wer Sie beide wirklich in diesem Augenblick sind. Dann ist Heilung möglich. Die Essenz der Heilung ist Einheit.

3. Unser Glaube vollbringt die Heilung

Es ist nicht die Methode oder die Technik, die heilt. Jede Tecnik funktioniert. Es ist Ihr Glaube an die technik, mit der Sie arbeiten, die heilt. In westlichen Kulturen ist es heutzutage gang und gäbe, an die Praxis der Schulmedizin zu " glauben ". Viele Menschen vertrauen ihrem Doktor und haben so den Ort gefunden, wo sie sich selbst am besten heilen können.

4. Es gibt zwei Heilungsmöglichkeiten - Ursachen - und Symptombehandlung

Bei der Symptombehandlung kann der Heiler helfen, die Symptome zu beseitigen. Ist die tatsächliche Ursache jedoch nicht angesprochen, werden die Probleme des Menschen, mit dem Sie arbeiten, wiederkehren, oder andere Schwierigkeiten auslösen.

5. Der Körper ist ein Spiegel des Bewußtseins

6. Heilen ist Selbstheilung

Der Körper heilt sich immer selbst. Keine Technik, keine Methode hat jemals irgend jemanden geheilt. Es ist die Reaktion des körper auf jene Technik, jene Methode, die zur Gesundung führt. Zwei Menschen mit demselben Problem können mit dem selben Verfahren geheilt werden; der eine wird geheilt, der andere nicht - weil alles Heilen grundsätzlich Selbstheilung ist. Der Mensch, mit dem Sie arbeiten, heilt sich selbst. Sie sind nur das Hilfsmittel.

7 Der einzige Mensch, den Sie heilen können, sind Sie selbst.

Als Heiler müssen Sie sich auf sichs elbst konzentrieren. Die wahre Essenz des Heilens ist Einheit, und die größten Heiler wissen im Innersten, daß sie nur sich selbst heilen können. Jeder Mensch, mit dem Sie arbeiten, ist ein Teil Ihres Selbst Es sind " Sie " in einem anderen Körper. Das ist ein kosmisches Gesetz. Jeder, der sie angezogen ahben, um ihn zu heilen, ist ein anderer Aspekt Ihres eigenen Selbst.

In Ihrem Leben gibt es jemanden mit Krebs. Es ist sehr sinnvoll mit dem Heilungprozeß zu beginnen, indem Sie zuerst sich selbst anschauen und fragen : " Gibt es etwas, was an mir frißt ? "